Gedenkfeier für unsere jüdischen Mitbürger Hanetta und Karl Rubens an den Pannesheider Stolpersteinen am 25.01.2018

 

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

 

Diesen Denkanstoß hinterließen heute die Kinder der Gemeinschafts-Grundschule Pannesheide den erwachsenen Pannesheider Nachbarn und Passanten auf dem Gehweg gegenüber ihrer Schule.

 

Anlässlich des internationalen Gedenktages zur Befreiung des KZ Auschwitz traf sich das gesamte Kinderparlament und zunächst erst einmal eine Klasse der ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ auf Höhe der Pannesheider Straße 60b.

 

Da wo heute zwei moderne Neubauten stehen, stand einmal das Geburtshaus von Karl Rubens.

Relativ unauffällig im Bürgersteig versenkt sind dort zwei von insgesamt 24 Herzogenrather   „Stolpersteinen“ zu finden.  Diese kleinen, ehemals goldfarbenen Pflastersteine wurden 2010 von einem Künstler im gesamten Stadtgebiet verlegt. Sie sollen uns an Mitmenschen jüdischen Glaubens erinnern, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen.

 

Die beiden Pannesheider Stolpersteine sind unseren ehemaligen Mitbürgern Karl Rubens und Hanetta Rubens-Weil gewidmet. Auch sie wurden wegen ihres jüdischen Glaubens verfolgt.

 

Wie einige Viertklässler bei ihrer vorangegangenen Recherche herausgefunden hatten, wurden die Eheleute Rubens während des zweiten Weltkriegs von Amsterdam aus ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt, wo sie nach vielen Entbehrungen vor jetzt ziemlich genau 75 Jahren, am 12. Februar 1943, den gewaltsamen Tod durch Hitlers Nationalsozialisten fanden.

Auch andere Mitglieder der Familie wurden in jener Zeit ermordet, einige konnten sich durch rechtzeitige Flucht retten oder sie bekamen Hilfe.

 

Die Kinder des KiPaPa (Kinderparlament Pannesheide) legten nach der kleinen Infothek  ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler ein Gesteck aus trockenen Zweigen auf dem Bürgersteig neben den Stolpersteinen nieder, das zum Andenken mit Fotos von Hanetta und Karl Rubens sowie einer kurzen Beschreibung ihres Werdegangs bestückt  ist.

 

Anschließend hatten die Schülerinnen und Schüler anlässlich einer Schweigeminute Gelegenheit, 24 einzelne Rosen dazu zu legen:  Je eine für die insgesamt 24 Herzogenrather Opfer des Holocaust.

Einige Passanten, die zufällig vorbei kamen, blieben interessiert stehen und beteiligten sich spontan an der kleinen Gedenkfeier für die früheren Nachbarn.

 

Der abschließende Gedanke der Schulleiterin, dass auch heute immer wieder Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer Sprache oder ihrer Religion ausgegrenzt oder sogar bedroht werden, und dass sie unser aller Unterstützung brauchen, ließ die Kinder weit über die Schweigeminute hinaus still und nachdenklich in die Schule zurückkehren.

Weitere Klassen werden in den kommenden Tagen das kurze Schülerreferat über das Ehepaar Rubens hören. Und sie werden ihre Stolpersteine betrachten. So wie sicher auch viele andere Pannesheider Nachbarn.

 

Für die Gemeinschafts-Grundschule Pannesheide in 52134 Herzogenrath: Christiane Hauschulz  (Schulsozialpädagogin)