DORV und Dorf gehen Hand in Hand

 

Wenn es um die Zukunft von kleinen sozialen Räumen geht, wächst in einer globalisierten Welt leider immer mehr die Skepsis, ob überhaupt und wie das gelingen kann.

Konzepte gibt es viele, doch sie müssen in der Umsetzungsphase von den im jeweiligen Quartier lebenden BewohnernInnen auch gewollt sein und mit umgesetzt werden. Und dann ist da noch der Trugschluss, Quartiersarbeit sei einzig eine Frage zur Versorgung für Senioren in einer ohnehin immer älter werdenden Gesellschaft. Dass im Gegenteil Sozialraumentwicklung eine Querschnittsaufgabe zwischen allen Generationen und den Erfordernissen in einem Dorf ist,  muss sich indes erst noch in den Köpfen und Herzen der Menschen festsetzen. Seit den Planungen und konzeptionellen Entwicklungen im Jahr 2007 versucht sich eine kleine Projektgruppe im Herzogenrather Stadtteil Pannesheide  dieser ambitionierten Aufgabe zu stellen und das Quartier weiterhin als Ort guten Lebens attraktiv zu halten. Mit der Gründung des sozialräumlichen DORV (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung)-Ladens im Februar 2010 wurde eine beachtliche Entwicklung für das Dorf Pannesheide eingeleitet, die es aber nun zu verstetigen gilt.

 

Doch ebenso wichtig wie das Ladenangebot an vor allem auch regionalen und fairen Lebensmitteln sind den Initiatoren die übrigen "Mittel zum Leben", also alles, was den sozialen Zusammenhang stiftet und stärkt. Darum gibt es immer auch gute Kooperationen mit der Schulgemeinde der örtlichen Grundschule und natürlich auch mit der örtlich katholischen Gemeinde St. Barbara und seit kurzem sind es unter anderem die Dorf-Stammtische, die hier für neue Bewegung gesorgt haben.

 

Trotz aller Bemühungen stößt das Engagement aber da an Grenzen, wo die Energie und die Personen fehlen, weitere notwendige Entwicklungsschritte voranzutreiben, um nicht an einem Punkt stehen zu bleiben. Die bisherigen städteregionalen Wettbewerbe "Unser Dorf hat Zukunft", an denen sich die Projektgruppe in den letzten Jahren immer beteiligt hat, lieferten durch die Bewertung eine jeweils wertvolle Bestandsaufnahme und auch Perspektivbetrachtung für Pannesheide. Als weiterer Baustein gilt eine momentan laufende nächste Befragung, um herauszufinden, was im Ort weiterhin und zusätzlich gewünscht ist.

Fragebögen sind im DORV an der Pannesheider Straße 61 zu bekommen und sollten dort auch wieder so schnell als möglich ausgefüllt abgegeben werden.

 

Erste Ergebnisse werden zusammen mit der Diskussion über die weitere Entwicklung von DORV und Dorf am Dienstag, 9. Oktober um 19 Uhr im Musikraum der Grundschule bei einer moderierten Bewohnerversammlung vorgestellt und es wäre für die Initiatoren eine Bestätigung ihrer jahrelangen bürgerschaftlich engagierten Arbeit, wenn viele Pannesheider die Versammlung durch ihre Anwesenheit bereichern würden.